Der Begriffes Echtzeit wird in der DIN 44300 (Informationsverarbeitung; Begriffe) wie folgt beschrieben:
„Echtzeitsystem: Ein Betrieb eines Rechensystems, bei dem Programme zur Verarbeitung anfallender Daten ständig betriebsbereit sind, derart, dass die Verarbeitungsergebnisse innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne verfügbar sind. Die Daten können je nach Anwendungsfall nach einer zeitlich zufälligen Verteilung oder zu vorherbestimmten Zeitpunkten anfallen.“

Und was heißt das nun? Ein Echtzeitsystem muss die funktionale Korrektheit und auch die Dauer der Ermittlung der Ergebnisse garantieren. Man spricht dann über die zeitliche Korrektheit. Dabei unterscheidet man die harte und weiche Echtzeit. Bei der weichen Echtzeit führen Abweichungen zu vertretbaren Folgen. Als Beispiel stelle man sich ein ruckelndes Bild bei einer Videokonferenz vor (in der Ton und Bild innerhalb von Millisekunden aufgezeichnet, versendet und übertragen werden). Die Echtzeit wird nur statistisch garantiert. Von harter Echtzeit spricht man bei garantierter Einhaltung definierter Zeitspannen. Man stelle sich ein Auto vor, welches bei unvollständiger Erfassung, Verarbeitung und Steuerung in glimpflichen Fällen zu mechanischen Schäden führen kann.

Im Rahmen der Industrie 4.0 spielen Echtzeitsysteme eine sehr große Rolle, da die Erfassung, Verarbeitung und daraus resultierende Entscheidungen definiert ablaufen müssen. Nur so ist ein komplexes Zusammenspiel ohne undefinierte, zeitliche Verzögerungen zu gewährleisten.


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