Ins Deutsche übersetzt versteht man Cloud Computing als «Rechnerwolke». Die Übersetzung alleine bringt uns im Verständnis nicht wirklich weiter. Kurz gesagt versteht man darunter die Ausführung von Programmen, ohne dass diese auf dem lokalen Rechner installiert wurden. Vielmehr werden die Programme auf einem anderen Rechner in der Ferne aufgerufen (bspw. über das Internet). Damit entfällt eine lokale Installation der Programme.

Zu allgemein formuliert? Der technische Ansatz für Cloud Computing kann wie folgt formuliert werden: Es werden IT-Infrastrukturen über ein Netz zur Verfügung gestellt Dabei kann es sich beispielsweise um Rechen- oder Speicherkapazität, Plattformen aber auch Software handeln. Durch die fehlende Installation auf dem lokalen Rechner sind technische Schnittstellen, Protokolle oder Browser notwendig.

Das National Institute of Standards and Technology (NIST) hat bereits im Jahre 2009 eine weitgehend akzeptierte Definition veröffentlicht (siehe auch online im Internet: https://csrc.nist.gov/publications/PubsSPs.html#800-145):
Cloud Computing werden zuerst drei verschiedene Servicemodelle zugeordnet. An dieser Stelle wollen wir diese nur kurz anreißen – eine detaillierte Erklärung folgt in einer späteren Veröffentlichung:

Infrastructure as a Service (IaaS)
Der Vorteil dieses Servicemodells liegt auf der Hand: Die Infrastruktur für Rechenleistung wird vom Nutzer nicht gekauft, sondern angemietet. Sehr bekannt ist Amazon Web Services – einem Giganten unter den IaaS-Anbietern. Kurz gesagt: Der eigene Server entfällt und wird durch ein flexibles Mietmodell ersetzt.

Platform as a Service (PaaS)
Unter PaaS versteht man das zur Verfügung stellen einer Computer-Plattform in der Cloud. Typische Nutzer sind Entwickler von Webanwendungen. Diese sind sowohl für Webanwendungen (schnell einsetzbare Laufzeitumgebungen) als auch als Entwicklungsumgebungen konzipiert. Die Anschaffung der notwendigen Hardware und Software entfällt. Einfach ausgedrückt, können Nutzer mit PaaS innerhalb einer Softwareumgebung (Dienstanbieter) eigene Software entwickeln und ausführen.

Software as a Service (SaaS)
Das Servicemodell SaaS ermöglicht Anwendern die Nutzung von Software, die auf einem externen Server des Dienstanbieters installiert wurde. Letztendlich reichen zur Nutzung ein Rechner und eine Internetverbindung in Verbindung mit einem Webbrowser aus. Vorteil? Der Nutzer erspart sich teilweise die Anschaffungskosten und die komplette Administration.

 

Cloud Computing

 

Thematisiert man die Art und Weise, wie die o.g. Dienstleistungen abgerufen bzw. genutzt werden können, kann man auch hier auf eine Definition des NIST zurückgreifen. Grundsätzlich werden vier Liefermodelle unterschieden:

Die öffentliche Rechnerwolke (Public Cloud)
Die wohl bekannteste Form dieses Liefermodells; ein Beispiel ist das herkömmliche «Internetcafé». Der Nutzer (grundsätzlich die breite Öffentlichkeit) mietet für die Zeit der Nutzung den Rechner (IT-Infrastruktur) und damit auch den Zugang zu entsprechenden Daten-Angeboten (lokal oder Internet). Abgerechnet wird nach Verbrauch (pay-as-you-go).

Die private Rechnerwolke (Private Cloud)
Im Unterschied zur öffentlichen Rechnerwolke wird hier der Zugang zu Daten-Angeboten über Hardware ermöglicht, die sich innerhalb der eigenen Organisation befindet.

Die hybride Rechnerwolke (Hybrid Cloud)
Wie der Name schon sagt, steht hier ein hybride, also eine Mischform der genannten Liefermodelle zur Verfügung: Je nach Bedürfnis der Nutzer steht die IT-Infrastruktur  aus den Bereichen von Public Clouds und Private Clouds zur Verfügung.

Die gemeinschaftliche Rechnerwolke (Community Cloud)
Das Liefermodell ähnelt der Public Cloud, beschränkt sich jedoch auf einen kleineren Nutzerkreis. Die Nutzer sind örtlich verteilt und teilen sich die entstehenden Kosten. Beispiele hierfür sind mehrere städtische Behörden, Universitäten oder Forschungsgemeinschaften.

Was hat das ganze Thema nun mit Industrie 4.0 zu tun? Das klären wir im nächsten Beitrag. Demnächst hier!