ON-DEMAND – „auf Abruf“ bzw. „auf Anforderung“ – was heißt das und wie verändert es unsere Welt?
Aus Sicht von Kunden bedeutet „on-demand“ schlicht und einfach: Schon sehr kurz nach meiner Bestellung bekomme ich die Ware bzw. Dienstleistung zur Verfügung gestellt. Keine Wartezeit, trotz möglicher, individueller Wünsche. Schlicht ausgedrückt: Der Kunde bekommt sehr schnell genau das, was er haben will. Wir sehen hier einen starken anhaltenden Trend mit hohen Entwicklungsraten. Gerade deshalb muss sich die Wirtschaft darauf einstellen – und tut es auch.

Die Herausforderungen für den „on-demand“-Anbieter sind vor allem bei physischen Gütern sehr vielfältig. Die Produktion beginnt erst unmittelbar nach Anforderung durch den Kunden (Echtzeitproduktion, siehe auch Kap. 2.7 „Echtzeitsystem“). Deshalb müssen die Unternehmensprozesse sehr flexibel sein, um der Individualität der Kundenwünsche und der geringen Reaktionszeit Rechnung zu tragen. Hier wird ein kontinuierliches Prozesscontrolling besonders wichtig. Ebenfalls werden ausreichende Ressourcen benötigt, die meist deutlich über denen von herkömmlichen Produktionsprozessen liegen. Redundanzen müssen höher geplant und vorgehalten werden. In Summe führt dies meist zu höheren Produktionskosten. Der große Vorteil auf der Anbieter-Seite ist die Reduktion der Lagerhaltung, bestenfalls bis auf Null. Dieser Vorteil kommt besonders dann zum Tragen, wenn mit wenigen Rohstoffen eine große Zahl von Produktvarianten gefertigt werden können. Dann kann die Lagerhaltung der einzelnen fertigen Produktvarianten komplett entfallen.
„On-demand“ ist heute schon allgegenwärtig: Books-On-Demand, Software-On-Demand, Video-On-Demand, Print-On-Demand,….!

In einem zukünftigen Artikel stellen wir Möglichkeiten vor, wie Anbieter vorhandene Daten (siehe auch 2.10 „Data Mining“) für eine weitere Optimierung des on-demand-Angebots nutzen können: Mit dem Einsatz von „Data science“. Ziel ist es, trotz hoher Flexibilität der Produktion, das Angebot noch weiter auf das zu erwartende Kundenkaufverhalten anzupassen.


Wie man Software heute schon on-demand nutzen kann, erklären wir in unserem nächsten Beitrag „Cloud“.